Wertschöpfungskette –
Einkauf

Wie man aus Schrott Wert schafft

«Ich bin für den Schrotteinkauf bei Ugitech und Ascometal zuständig. Der Schrotteinkauf ist aufgrund der Transportkosten sehr regional geprägt und komplex. Es gibt etwa zwanzig verschiedene Schrott­kategorien – da erfordert es viel Erfahrung und Abstimmung, um die richtige Schrottqualität am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu haben.»

Fast 90 % des Ausgangsmaterials für die Stahlproduk­tion bei SCHMOLZ + BICKENBACH ist Schrott. Man kann SCHMOLZ + BICKENBACH also auch als grosses Recyclingunternehmen bezeichnen. Neben Schrott braucht es für die Erzeugung der Speziallangstähle in erster Linie Nickel, Ferrochrom und Molybdän. Die Verarbeitung dieser Rohstoffe erfordert Energie (Strom, Gas) und eine Vielzahl von Verbrauchs­materialien wie beispielsweise Elektroden­ oder Feuerfestmaterialien.

Obwohl die Stähle von SCHMOLZ + BICKENBACH im Durchschnitt mengenmässig nur 10 % Legierungszusätze wie Ferrochrom, Nickel oder Molybdän enthalten, machen diese Stoffe etwa die Hälfte der gesamten Rohstoffkosten aus. Die andere Hälfte entfällt auf Schrott. Der koordinierte und strategische Einkauf dieser Produkte ist kritisch für die Wertschöpfung in der Gruppe. Die Einkäufer der verschiedenen Business Units arbeiten deshalb eng zusammen, um die optimale Qualität zu den bestmöglichen Bedingungen zu erhalten. Schrott wird zu etwa 70 % auf der Basis von monatlichen und vierteljährlichen sowie zu rund 30 % auf der Basis von jährlichen Liefer­verträgen eingekauf. Die Legierungszusätze werden auf jährlicher oder mehrjähriger vertraglicher Basis beschafft.

«Beim Schrotteinkauf braucht es Erfahrung und langjährige Lieferantenbeziehungen, um eine optimale Wertschöpfung zu erreichen.»

Neben den Rohmaterialkosten üben die Ausgaben für Energie und Verbrauchs­materialien einen wesentlichen Einfluss auf die Produktionskosten aus. Sie bilden beim Produktionsaufwand den drittgrössten Kostenblock nach Material- und Lohnaufwand. Strom wird hauptsächlich zum Betrieb der Elektrolichtbogenöfen und damit zum Schmelzen des Schrotts benötigt. Erdgas wird verwendet, um die Öfen in den nachfolgenden Produktionsschritten zu betreiben. Um die Volatilität von Strom- und Erdgaspreisen aufzufangen, werden langfristige Lieferverträge mit kurzfristigen Ankäufen zu Tagespreisen kombiniert.

Materialkreislauf